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Venture Capital: Eigenkapitalinvestments für anspruchsvolle Investoren

Abgelegt unter Wirtschaft & Finanzen by Redaktion am 23. September 2016

Venture CapitalUnter dem Begriff Venture Capital – auch als Risikokapital oder Wagniskapital bezeichnet – werden verschiedene Formen von außerbörslichem Beteiligungskapital zusammengefasst, die für die betreffenden Investoren mit höheren Risiken verbunden sind, aber im Vergleich zu anderen Investments auch höhere Renditechancen bieten. Gerade in einem wirtschaftlichen Umfeld, das durch Minimal- oder gar Negativzinsen geprägt ist und in dem somit zahlreiche herkömmliche Anlagemöglichkeiten faktisch nicht mehr zur Verfügung stehen, sehen viele Investoren in diesem Bereich interessante Anlagealternativen, mit denen sich nach wie vor deutlich positive Renditen erzielen lassen, vorausgesetzt, die Zielgesellschaften, in die investiert wird, entwickeln sich erfolgreich.

Chancen und Risiken

Typischerweise handelt es sich bei Wagniskapital um Eigenkapitalbeteiligungen (Private Equity) an einer entsprechenden Beteiligungsgesellschaft. Diese Beteiligungsgesellschaft investiert dann ihrerseits in verschiedene Unternehmen, die als riskant, aber auch chancenreich gelten. Meist sind dies sogenannte Start-ups wie man sie auch aus der Höhle der Löwen kennt. Das sind Unternehmen, die sich noch in der Gründungsphase befinden oder erst seit kurzer Zeit bestehen und die es schwer haben, auf anderen Wegen Investoren zu finden. Der Grund dafür kann beispielsweise darin liegen, dass das Unternehmen noch nicht lange genug existiert, um bereits aussagekräftige Jahresabschlüsse für ein oder mehrere Geschäftsjahre vorlegen zu können, oder dass die mit dem Geschäftsmodell verbundenen Chancen und Risiken schwer zu prognostizieren sind. Letzteres ist häufig bei Unternehmen der Fall, die einen relativ hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwand betreiben, etwa zur Entwicklung innovativer Lösungen im High-Tech-Bereich, in der Biotechnologie oder auch bei der Entwicklung von neuen Arzneimitteln. In diesen Fällen besteht zunächst einmal ein hoher Kapitalbedarf, ohne dass letztlich klar ist, wann und in welchem Umfang sich die Investitionen rentieren werden.

Dem Risiko, möglicherweise nur eine geringe Rendite zu erzielen oder gar das eingesetzte Kapital zu verlieren, steht dabei jedoch auch die Chance gegenüber, im Erfolgsfall eine deutlich überdurchschnittliche Verzinsung zu erzielen, wie sie mit anderen Anlageformen kaum realisierbar ist. Eine zutreffende Beurteilung der Chancen und Risiken erfordert in einem solchen Fall meist spezifisches Fachwissen und ist für viele Investoren, aber auch für die Kapital suchenden Unternehmen selbst, nicht ohne Weiteres möglich. Häufig werden daher Berater konsultiert, die sich auf den Bereich Venture Capital spezialisiert haben. Sie analysieren die Geschäftsmodelle der betreffenden Firmen ebenso wie die spezifischen Anforderungen der einzelnen Investoren, insbesondere deren Renditeerwartungen und Risikoakzeptanz.

Finanzierungsformen

Das von den Investoren bereitgestellte Wagniskapital kann als vollhaftendes Eigenkapital eingebracht werden. In diesem Fall beteiligen sich die Investoren als Gesellschafter an dem betreffenden Unternehmen. Häufig werden jedoch auch andere Finanzierungsformen wie Wandelanleihen oder Mezzanine-Kapital gewählt. Dann erfolgt die Beteiligung der Investoren nicht direkt an den Kapital suchenden Unternehmen, sondern an einer auf Risikokapitalbeteiligungen spezialisierten Finanzierungsgesellschaft, die dann ihrerseits die eigentliche Wagniskapitalfinanzierung übernimmt. Je nachdem, in welcher Phase die Wagniskapitalfinanzierung erfolgt, wird zwischen Seed Stage Capital, das typischerweise für Forschung und Entwicklung verwendet wird, Early Stage Capital, meist für Tests, Marketingaktivitäten oder den Aufbau von Produktionskapazitäten eingesetzt, und Later Stage Capital unterschieden. Letzteres dient zur Finanzierung der Wachstumsphase eines jungen Unternehmens, das sein Produkt bereits zur Marktreife geführt hat, damit Umsätze erzielt und somit für den Investor bereits deutlich geringere Risiken aufweist als in den beiden früheren Phasen.

Erfolgreicher Exit

Der Exit kann bei einem Wagniskapitalinvestment auf unterschiedliche Weise erfolgen. Häufig erfolgt ein Börsengang, bei dem die Anteile am Unternehmen über den Kapitalmarkt an andere Investoren weiterveräußert werden, oder die Übernahme durch ein anderes Unternehmen. Denkbar ist auch, dass lediglich die Wagniskapitalbeteiligung an einen Dritten verkauft wird oder der Unternehmer die Anteile der Risikokapitalgeber zurückkauft. Im schlimmsten Falle, wenn das Unternehmen keinen Erfolg hat, muss allerdings die Liquidation erfolgen. Institutionelle Investoren haben zahlreiche Möglichkeiten, Wagniskapitalinvestments einzugehen. Doch auch private Anleger können sich durchaus in diesem Segment engagieren. Dies geschieht häufig in Form von geschlossenen Alternativen Investmentfonds (AIF), früher als geschlossene Fonds bezeichnet, oder auch durch Erwerb von Aktien oder Wandelanleihen entsprechender Gesellschaften. Aufgrund des ausgeprägten Chancen-Risiken-Profils von Wagniskapitalinvestments sollte jedoch darauf geachtet werden, dass eine ausreichende Streuung des Investitionskapitals und eine ausgewogene Portfoliostruktur sichergestellt sind.

 



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